ChangeReport 04/2009
Jeder kennt das aus eigenem Erleben: Gegen die eigenen Wertvorstellungen auf Dauer zu arbeiten macht wenig Spaß und kostet viel Kraft, kann vielleicht sogar ein Grund sein, ein Unternehmen zu verlassen.
http://www.change-partner.de/newsletter/changereport-0309-kulturanalyse-u-werteanalyse.htm
Daniel Goleman (Autor von Emotionale Intelligenz) erzählt in einem seiner Aufsätze von dem jungen Investmentbanker, der, angetrieben von seinem Wunsch nach finanziellem Erfolg, nach dem Studium an die Wall Street geht und nach einem halben Jahr feststellen muss, dass ihn diese Tätigkeit überhaupt nicht befriedigt und ihm sein Arbeiten sinnentleert vorkommt, weil es seinen persönlichen Wertvorstellungen nicht entspricht. Gleichzeitig kann kein Gehalt der Welt ihm dieses Manko nachhaltig ausgleichen. Dieses kleine Beispiel zeigt, wie hilfreich es sein kann, sich seiner Werte und natürlich auch der seiner Mitarbeiter bewusst zu sein. Bei unserem Jungbanker im Beispiel herrschte noch kein Bewusstsein für die eigenen Werte und er hat dies erst durch eine schmerzvolle Erfahrung gelernt.
Werte sind also eine bedeutende und stabile Motivationsquelle - wenn sie bewusst sind! ChangePartner arbeitet bereits seit über 10 Jahren mit sogenannten Werteprofilen (basierend auf der bahnbrechenden Arbeit von Claire Graves und den weiterführenden Arbeiten von Don Beck). Mittels einfacher, intelligent gemachter und in unserer Praxis über lange Jahre erprobter Tests können Führungskräfte etwas über ihr eigenes Wertesystem erfahren und - wenn sie wollen - auch feststellen, welche Werte im eigenen Verantwortungsbereich bei den Mitarbeitern vorherrschen. Die Analyse bestehender Differenzen zwischen den eigenen Werten und denen der Mitarbeiter ist immer höchst aufschlussreich und oft Grundlage fruchtbarer Diskussionen, aus denen sich Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der Führungs- und Unternehmenskultur als Basis von Effizienz und Erfolg ergeben können.
Fast neidisch schauen heute börsennotierte "Big Player" auf Unternehmen in Familienbesitz. Als am 23. Juni 2009 August Oetker anlässlich der Bilanzpressekonferenz den versammelten Medienvertretern mitteilte, "dass man alles tun werde, um die Krise zu bewältigen, aber eines nicht, nämlich Mitarbeiter zu entlassen!", dann ist das ein starkes Credo für die Werte Beständigkeit, Verlässlichkeit, Sicherheit und Gemeinschaft.
Nun hat nicht jeder Manager die Freiheit, über die Gewinnverwendung seiner Abteilung oder gar seines Unternehmens so frei zu entscheiden wie Herr Oetker, aber die Gestaltung des eigenen Führungsstils und der Zusammenarbeit der Mannschaft sollte eine Führungskraft in der Hand haben. Mit dem Werteprofil besteht zum Beispiel die Möglichkeit festzustellen, ob die eigene Art zu führen und zu gestalten mit den tatsächlichen Werten der Mitarbeiter übereinstimmt, ein erster Schritt in Richtung werteorientierter Führung.
Werteorientierte Führung hat 4 wesentliche Aspekte:
Werte kann man nicht anordnen, aber mit der eigenen Bereitschaft zu werteorientierter Führung wird ein Weg möglich, die Basis der Motivation meiner Mitarbeiter langfristig und nachhaltig zu entwickeln und neu zu gestalten. Ein echter Changeprozess, der durch den Einsatz von Werteprofilen und deren professionelle Interpretation möglich wird.
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